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FilmReview: Ziemlich beste Freunde.

Kinowoche! Oder so. Wie immer: frisch aus dem Kinosessel entsprungen und schon am Tippen.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen. Auf Twitter, anderen Blogs und in Kritiken las ich durchweg nur positive Gedanken zu Ziemlich beste Freunde. In manchen Kinos wurde nach der Vorstellung applaudiert, was im Kino ja nun wirklich nicht auf der Tagesordnung steht. Kurzum: ich war sehr neugierig auf diesen Film.

Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren (oder überhaupt schon mal) einen französischen Film gesehen zu haben. Ich weiß zwar auch nicht, woran man das erkennen kann – außer, dass die Schauspieler französische Namen haben und es in Paris spielt – aber: die Damen und Herren haben einen unglaublich guten Job gemacht.

Kurzabriss der Geschichte: ein Querschnittsgelähmter und obendrein gut betuchter Mann sucht einen Helfer. Er lernt bei den Vorstellungsgesprächen Driss kennen, der eigentlich nur da ist, um einen Stempel fürs Arbeitsamt zu holen. Sie unterhalten sich ein bisschen und Philippe scheint Gefallen an ihm zu finden, obwohl er eine riesige Klappe hat, nicht sonderlich viel Benehmen vorzeigt und offensichtlich eher weniger gut betucht ist. Aber genau das scheint Philippe prima zu finden. Die beiden arrangieren sich, Driss lernt, wie er mit Philippe umgehen muss und beide finden eine Art und Weise, miteinander zu leben und zu lachen. Sie werden eben ziemlich beste Freunde.

Was mich bei dem Film – neben den wirklich tollen Schauspielern – fasziniert hat: das Thema Behinderung wurde schon in so vielen Filmen aufgegriffen, aber man entwickelte fast immer Mitleid. In diesem Film geht es eben darum, dass es besser ist, den Menschen mit Behinderung nicht mit Mitleid zu begegnen, sondern auf Augenhöhe. Das tut Driss absolut und noch dazu auf eine so lustige und herzliche Weise, dass man ihn am liebsten selber drücken möchte. Ich sah lange nicht mehr einen so vollen Kinosaal und bekam es noch nie mit, dass, während der Abspann schon halb vorbei war, noch immer alle Leute sitzen blieben und man eine Stecknadel hätte fallen hören.

Ein unfassbar schöner Film, der sogar noch mehr Sterne verdient hätte. Meine Erwartungen wurden übertroffen und ich kann es nur jedem empfehlen, den Film zu sehen. Und nun, wo die letzten Tränchen getrocknet sind, räume ich fix mal ein Plätzchen im DVD-Regal frei. Muss ich haben.

Bewertung: ★★★★★

Trailer | IMDb

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