Life

EINE STUNDE BEIM AMS

Normalerweise blogge ich hier ja keine Anekdoten aus meinem Alltag, aber heute muss ich das wohl einfach, weil mein Vormittag ein wenig absurd war. Wie man auf Twitter im Laufe der letzten Wochen mitbekommen konnte, bin ich seit März arbeitssuchend. Da ich das vorher noch nie war, kenne ich mich wirklich nullkommanix aus, wie dieser ganze Amtskram – vor allem in Österreich – abläuft. Ich meldete mich also beim AMS arbeitslos, da ich davon ausging, dass das eben so sein muss und bekam einen Termin. Als ich diesen aus privaten Gründen verschieben wollte, sagte man mir, dafür müsse ich einen Antrag stellen. Soso, ich bekomme nichts, muss aber sofort kommen? Ähm, okay.

Ich informierte mich natürlich stundenlang, was mir denn so zusteht beziehungsweise eben auch nicht und kam zu dem Entschluss, dass ich vom AMS nichts bekommen werde. Ich war also dementsprechend gespannt, was mich dort heute erwartet.

Da ich vorher noch nie beim AMS war, kannte ich das nur aus Erzählungen und dem Fernsehen. Was soll ich sagen… es war genau so. Die Stimmung eher gedrückt, die Mitarbeiter hatten einen ordentlichen Befehlston drauf und die Menschen wirkten müde. Sehr müde. Ein paar Minuten später rief mich der Feldwebel dann auf und ließ mich in ihr Kämmerchen, wo mir gleich ein Antrag hingeblättert wurde. Der Dialog lief dann ungefähr so ab:

I: Ähm eigentlich wollte ich den nicht ausfüllen, weil ich ja keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe.
F: Also wollen Sie das gar nicht ausfüllen?
I: Naja, das ist ja nicht zielführend, oder? Ich habe ja keinen Anspruch.
F: Nun, mir ist das doch egal, zwingen werde ich Sie sicher nicht.
I: Ähm, also, was würde das denn bringen? Gibt es da manchmal Ausnahmen, oder..?
F: Warum haben Sie sich denn dann überhaupt gemeldet?
I: Weil ich einen Job suche und dachte, man müsse das so? Hätte ich denn Anspruch?
F: Naja, das kann ich Ihnen ja erst sagen, wenn Sie den Antrag gestellt haben.
I: Ähm..
F: Nagut, ich schaue kurz nach. (tipptipptipp) – Ja, stimmt, Sie haben keinen Anspruch. Wollen Sie denn nun den Antrag stellen?
I: Naja, ich habe doch keinen Ansp…?
F: Na, mir ist das doch egal, Sie müssen nicht.
I: Ok, dann fülle ich eben einen aus. (Mir war das ehrlich schon zu blöd.)

Ich füllte den Wisch dann aus und sie bat mich, alles auszufüllen, auch wenn es eigentlich nichts bringt. Nun, ja. Dann fragte sie mich noch, was ich denn eigentlich machen möchte, ob ich schon mal Bewerbungen geschrieben habe und gab mir einen Termin für Mitte April, 8 Uhr. Natürlich ganz ohne zu fragen, ob mir dieser Termin recht wäre.

Versteht mich nicht falsch – ich finde den Service an sich super und hätte ich irgendeinen Nutzen davon, würde ich mich nicht beklagen. Ich habe allerdings keinerlei Ansprüche beim AMS und verstehe deshalb nur nicht, warum sie glauben, so mit mir umgehen zu können. Warum muss ich denn dahin kommen? Ich habe keinerlei Jobangebote bekommen; nicht mal informiert wurde ich, ob ich diese irgendwann bekommen könnte oder was ich noch für Möglichkeiten hätte. Ich musste einen Antrag ausfüllen, weil man das eben so tut, ganz egal, ob es einen Sinn ergibt. Völlige Zeitverschwendung.

Vermutlich (oder hoffentlich) werden wir uns also so schnell nicht wiedersehen, Frau Feldwebel. Falls ihr hingegen irgendeinem tollen Job im Onlinebereich begegnet, bei dem auch Einsteiger erwünscht sind, meldet euch bitte. <3

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2 Kommentare

  • Reply
    Miss Booleana
    2014/03/09 at 17:17

    Erinnert mich an mein tolles Erlebnis mit der Agentur für Arbeit letzten Montag. :-/ Etwas anders, ähnlich seltsam. Als du geschrieben hast, dass die Stimmung gedrückt war und die Leute müde wirkten, dachte ich wir waren im selben Gebäude. ;) Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Arbeitssuche!

    • Reply
      staenkerliese
      2014/03/09 at 17:37

      Achje, du auch? Na dann, willkommen im Club! :) Ich wünsch dir auch viel Glück, aber bei deinem Studiengang mach ich mir da keine großen Sorgen :)

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