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Review: Fifty Shades of Grey

Ich muss hier heute mal eine Lanze brechen, und zwar für 50 Shades of Grey. Sowohl für die Bücher als auch für den Film, der derzeit in den Kinos läuft.

Nie hätte ich gedacht, dass mich die Geschichte um Christian Grey wirklich packen könnte, nachdem ich das erste Buch halb durch hatte. Den ersten Teil las ich noch auf Deutsch und fand die Übersetzung so dermaßen mies, dass ich fast aufgegeben hätte. In der Mitte überlegte ich mir dann einfach, die Originalausgabe auf den Kindle zu laden und ab da war es um mich geschehen. Ich las die drei Teile in insgesamt circa einer Woche und war richtig traurig, als es vorbei war. Umso klarer war es, dass ich mir den Kinofilm quasi ansehen musste, auch wenn ich davon ausging, dass er dem Buch vermutlich nicht gerecht werden würde – wie es eben immer so ist.

Mein Freund, den ich mitgeschleppt hatte, fand den Film von Beginn an furchtbar, aber das war mir schon fast klar. Der Film spaltet die Meinungen, genau wie das Buch, aber ich finde den Umgang damit einfach etwas unfair. Die Bücher haben ein Tabuthema angesprochen, was für mich aber nicht den Hauptteil der Geschichte ausmacht. Es geht für mich nicht darum, dass Mr. Grey eben auf besonders harte Knickknack-Methoden steht und ich fühle mich von dieser Art auch nicht angesprochen. Ich sitze nicht mit hochroten Ohren davor und kichere in mich hinein, wie versaut das doch alles ist. Ich fand es einfach sehr spannend, wie die Geschichte sich entwickelt hat. Das erste Buch war für mich das schwächste und es war mir klar, dass der Kinofilm dazu nicht einen riesigen Spannungsbogen haben könnte, denn es geht dabei nur um eins: um die Einführung ins Thema. Man wird mit seinen Vorlieben bekannt gemacht, lernt Anastasia kennen und bekommt auch eine leise Ahnung davon, was in seinem Kopf vorgeht. Für Leute, die die Bücher nicht kennen und nicht wissen, warum er so ist, wie er eben ist, kann der Film auch nichts sein. Für diese ist der Film lediglich eine zweistündige Kennenlernphase mit viel Bumserei und Peitschen.

Für mich haben die Macher das erste Buch saugut umgesetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dakota Johnson als Anastasia Steele besetzt hätte, da ich mir ihre Figur deutlich anders vorgestellt habe, aber zumindest Jamie Dornan hat sich für mich als gute Wahl entpuppt. Auch ihn hätte ich mir vorher anders vorgestellt, aber er hat die Figur für mich wirklich gut umgesetzt. Einziges Manko war tatsächlich, dass man für mich zu wenig darauf geachtet hat, auch die Leute einzufangen, die nicht wissen, wie es weitergeht. Das Sexthema rückte für mich in den kommenden Büchern immer weiter in den Hintergrund und ich hoffe, dass sie das im nächsten Film besser umsetzen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf den zweiten Film und hoffe, dass dieses Mal die dussligen, kichernden Menschen dem Kino fernbleiben, die es sich nur angesehen haben, um mal so richtig auf den Putz zu hauen.

9/10 Punkten.

 

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2 Kommentare

  • Reply
    Christina
    2015/03/11 at 16:53

    Ich hab über den Film und das Buch immer nur schlechtes gehört. Aber eigentlich fand ich sowohl die Bücher als auch den Film ganz gut. :) Der Film war auf jeden Fall viel besser als erwartet.

  • Reply
    Lisa
    2015/03/24 at 21:32

    Bin eben auf der Suche nach Reviews auf deinen Blog gestoßen und. Irgendwie bin ich begeistert von deinem lockeren Schreibstil… Ich stöber dann mal etwas :) Liebe Grüße, Lisa

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